Phönix racing team Ahlen
  Rennboot- Viren und sonst. kleine Tiere
 

 
Gestern bin ich durch ein Gespräch mit einem Vereinskollegen darauf aufmerksam geworden, dass ich schon mehr als10 Jahre dem Modellbauvirus verfallen bin- oder erst?

Ich stand in Gedanken am Vereinsteich und wurde fast von einem Auto überfahren, als ich mich mitten auf einer Ampelkreuzung wieder fand. Ich bin schon ein ausgesprochener Träumer...

Im Prinzip ist ja eigentlich nichts passiert: Alles fing mit einem uralten „Rennbrot“ der Fa. Graupner an, das ich als Kellerfund zwischen anderen alten Spielsachen wieder entdeckte.

Die „Mini Speed“ habe ich mit einem einfachen Motor der 600er Baureihe ausgestattet und eine damals für mich moderne AM- Funkfernsteueranlage eingebaut. Das Boot war übrigens so schnell für mich, dass ich alles auf dem Teich niedergebügelt habe, was sich meinem Boot in den Weg stellte. Der Höhepunkt war die Komplettrasur der Aufbauten zu einem Fantasieschiff eines Vereinskollegen.

Ein Jahr später hatte ich aber das Teil im Griff und die erreichten unglaublichen max. 20 km/h wurden viel zu langsam. Ich „brauchte“ ein richtig schnelles Speedboot. Der Virus hatte jeglichen Funken Vernunft in mir ausgeschaltet. Jetzt hätte ich noch zurück gekonnt. Nach dem Bau eines Bohrinselversorgers stand schon der Baukasten eines Tonnenlegers im Keller – aber nein, es musste ja anders kommen. Die Wahl fiel auf die „Mambo“ der Fa. Graupner. Ein aus heutiger Sicht folgenschwerer Fehler. (Den Baukasten des Tonnenlegers habe ich dann einige Jahre später mit hohem Verlust veräußert.)

Wie ja der kundige Leser weiß, war es fast nicht oder überhaupt nicht möglich diesem Modell (also der Mambo) ansehnliche Fahreigenschaften beizubringen. 2 ganze Jahre verbrachte ich abwechselnd am Teich und im Bastelkeller um die Mambo so umzubauen, bis eine ansprechende Fahrleistung erreicht wurde. Das Ergebnis war ein Boot, dass nur noch den vorderen Teil des Deckels als Original- Bauteil sein Eigen nannte. Alles andere war geändert, aber es fuhr. Bis dahin hatte ich aber schon 4 Ersatzrümpfe „verbraucht“.

Wer jetzt mitgerechnet hat, der weiß, dass ich nach 4 Jahren das erste „richtige“ Rennboot fertig hatte. Allerdings hatte ich in den ganzen 4 Jahren nichts gegen den Virus getan, was natürlich folgenschwere Konsequenzen hatte. Erst einmal chronisch festgesetzt kommt man nicht mehr davon los. Das Resultat dieser Mambo- Studie war, dass mich nichts mehr schocken kann. Jeglichen Respekt vor der Materie verloren kann es immer wieder passieren, dass ein Boot vollkommen seziert und neu zusammengesetzt wird.

Der aufmerksame Leser wird spätestens jetzt Parallelen zu seinem Virus erkennen und die ganze Dramatik erkennen, unter welchen modellbauerischen Qualen ich mittlerweile zu leiden hatte. Heilung war aber nach wie vor nicht in Sicht.

Zwischendurch bekam ich aber Wind davon, dass es im Bereich Rennboote einige Kleinanbieter gibt, die sich auf diese Materie spezialisiert haben.

Ein neues Leben begann.

Während meiner Mambo- Phase baute ich mein erstes „Wettbewerbs“-Mono I Boot und der Speedsucht- Virus hatte mich spätestens jetzt erfolgreich besiegt.

Ein Modell der 7- oder 12- Zellen- Klassen nach dem anderen zogen in meine Werft ein. Eine Materialschlacht begann, da jedes neue Modell nach kurzer Zeit nicht mehr reizvoll genug war und die ereichten Geschwindigkeiten den gewünschten Kick nicht mehr „brachten“.

Dies geschah zu der Zeit, als ich die Berichte des Herrn Klammer in der „Schiffsmodell“ über die Boote der 30-Zellen-Boliden entdeckte. Somit war ja alles klar. Kurze Zeit später schwamm das erste Modell mit 30-Zellen Antrieb auf dem Vereinsteich. Usw. und so fort. Den Rest kann man sich eigentlich denken......

Nun kam es aber so, dass ich eines Tages doch einen kurzen lichten Moment hatte und feststellte, dass Summa summarum bis dato nichts Wesentliches passiert war, außer ständiger Unzufriedenheit und der Wunsch nach dem berühmten „Größer, Weiter, Schneller“.

Gott sei Dank hatte ich für Zwischendurch immer mal wieder ein Mini Mono im Bau und Gebrauch, welches beim Abstimmen die gleiche Aufmerksamkeit forderte wie die großen Brüder. Nur der Materialbedarf war doch erheblich geringer und somit natürlich auch der Kostenaufwand.

 „Horch, Horch“, sagte eine Stimme zu mir. Wie wäre es denn mal mit einer Umkonstruktion eines Mini Bootes. Also schnappte ich mir ein im Regal unter der Staubkruste zu Zerfallen drohendes Mini Eco und fing an das Teil mit Messer und Gabel zu zerlegen.

Heraus kam ein Mini Mono, welches unnachgiebig auf seine erste Probefahrt wartete. 1 Jahr und etliche Dosen Spachtel später hielt ich ein neu gestaltetes Mini- Flügel- Mono in meiner Hand, dass ausgesprochen ansehnliche Fahreigenschaften besaß.

Das war der Durchbruch. Im Prinzip brauchte ich gar keine Boote von der Stange, selbst bauen ist angesagt. Das erste Mal seit Jahren war mein Virus zufrieden und lehnte sich entspannt zurück. „Na, Alter“, sprach er, „ist das was?“ „Joooh“, antwortete ich, „ nur sollte es ein Boot werden, das schneller ist. Wie wäre es denn mit einem Mono Boot, schneller als die normalen?“ Na ja, und somit musste es kommen, wie es gekommen ist. Der Virus herrscht in alter Frische in mir und lässt mich so schnell nicht in Ruhe.

Aber im Prinzip ist ja eigentlich nichts passiert.....

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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